Wie können Verwaltungsleistungen vom Online-Antrag über die digitale Sachbearbeitung bis zur elektronischen Aktenablage und Bezahlung digital abgewickelt werden? Mit dieser Frage befassten sich Studierende des Studiengangs Verwaltungsinformatik an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz (HöV RLP) in einer Lehrveranstaltung von Frank Lenz. Fachliche Einblicke aus der Praxis gab Christian Schwank vom Landesbetrieb Daten und Information Rheinland-Pfalz (LDI), der für einen Gastvortrag digital zugeschaltet war.
Der LDI übernimmt wichtige Aufgaben im Rahmen der digitalen Transformation in Rheinland-Pfalz. Dazu gehören unter anderem die Verlagerung von Bürgerdiensten ins Internet und die Abwehr von Cyberangriffen. Dabei arbeitet der Landesbetrieb eng mit Ministerien und Behörden zusammen, ebenso mit der Justiz, der Polizei und der Finanzverwaltung.
Digitale Lösungen, OZG und civento
Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung standen digitale Lösungen für Verwaltungsprozesse. Thematisiert wurde, wie plattformunabhängige Lösungen für unterschiedliche Anforderungen entwickelt werden können und wie solche Lösungen Verwaltungsprozesse in verschiedenen Bereichen unterstützen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG). Das OZG verpflichtet Bund, Länder und Kommunen dazu, Verwaltungsleistungen auch digital anzubieten. Für Land und Kommunen stellt sich damit die Frage, wie ein effektiver digitaler Bürgerservice ermöglicht werden kann.
Als konkretes Beispiel diente die in Rheinland-Pfalz zentral eingesetzte Antrags- und Prozessplattform civento. Die Studierenden erhielten Einblicke in die Funktionsweise der Plattform und in digitale Antragsprozesse, die über civento abgewickelt werden. Dabei konnten Prozesse, die Antragstellende normalerweise nur aus Sicht der Online-Antragstellung kennen, auch mit Blick auf die internen Bearbeitungsschritte analysiert werden.
Fragen zur Umsetzung digitaler Verwaltungsleistungen
Auf Grundlage dieser Einblicke ging es anschließend um die Bewertung bereits umgesetzter OZG-Leistungen. Diskutiert wurde, welchen Nutzen diese Leistungen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen haben. Zentrale Aspekte waren Nutzerfreundlichkeit, Zeitersparnis und die digitale Abwicklung ohne Medienbrüche.
Weitere Themen waren digitale Kompetenzen, Veränderungsmanagement und eine innovationsfördernde Kultur in Behörden. Auch die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Ländern und Bund bei der Weiterentwicklung des OZG und der Registermodernisierung wurde thematisiert.
Zum Abschluss der Lehrveranstaltung hob Christian Schwank den fachlichen Austausch mit den Studierenden und deren Optimierungsanregungen hervor.

